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Landkreisjournal Nr.068/2014

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Erscheinungsdatum: 02.07.2014

Ausgabe 68

Ausgabe 68 Landkreis-Journal 10 Informationen 2. Juli 2014 Amtsblatt Landkreis Görlitz Landesmeisterschaften der Kinder und Jugendlichen im Faustball Am 5. und 6. Juli finden auf der Faustballanlage/ Sportplatz Biesnitz in Görlitz die Sächsischen Landesmeisterschaften der Kinder und Jugendlichen im Faustball statt. Ausgespielt werden die Meistertitel in den Jahrgängen U18, U16, U14 und U12 männlich und weiblich sowie in der Altersklasse U10 mixed. Neben der Spielrunde auf dem Großfeld werden auch Titelkämpfe im 2er-Faustball in den jeweiligen Altersklassen ausgetragen. Start der Spiele ist am Samstag um 10 Uhr und am Sonntag um 9 Uhr. Die Kinder des SV Energie Görlitz sowie alle Gastmannschaften freuen sich auf zahlreiche Zuschauer. www.faustball-energie-goerlitz.de Großhennersdorfer Theatertage Die Theaterpädagogische Werkstatt der Hillerschen Villa in Zittau lädt am 12. und 13. Juli ein zum alljährlichen kleinen, aber feinen Festival im Begegnungszentrum Großhennersdorf. Mitspielen und Zuschauen, an einem Workshop teilnehmen, die Seele baumeln lassen, anregende Gespräche führen, in der Sonne faulenzen, Spiele spielen und natürlich lecker essen! Jeder, der sich aktiv einbringen möchte oder als Zuschauer vorbei kommt, ist herzlich willkommen! Samstag, 12. Juli 11.00 Uhr Theatergruppe der Parkschule „Nachdenkereien aus dem Koffer“ 14.30 Uhr Kindergruppe der Theaterpädagogischen Werkstatt 15.00 Uhr Theatergruppe des Zinzendorf-Gymnasiums „Unsere kleine Stadt“ 17.00 Uhr Teeniegruppe der Theaterpädagogischen Werkstatt „Geschichten zwischen Himmel und Erde“ Lara Olbrisch (SV Energie Görlitz, Kadersportlerin des Landesverbandes Sachsen) bei der Deutschen Meisterschaft 2013 Foto: SV Energie Görlitz 19.00 Uhr Premiere Kurzfilm über die Theaterpädagogische Werkstatt (ca. ½ Std.) ab 12.30 Uhr Leckeres vom Grill ab 14 Uhr Kaffee & Kuchen Sonntag, 13. Juli ab 14:00 Uhr Kaffee & Kuchen 14.30 Uhr Arbeitspräsentation des Verrückten Haufens „Die Eine-Million-Pfund-Note“ 16.00 Uhr Bunte Bühne „Die rostigen Glücksritter“ 17.30 Uhr Kurzfilm über die Theaterpädagogische Werkstatt (ca. ½ Stunde) Info: www.hillerschevilla.de 31. Tour der Hoffnung führt durch den Landkreis Görlitz Die 326 Kilometer lange Radtour für den guten Zweck beginnt am 6. August mit einem Prolog in Gießen und führt an den folgenden Tagen über Routen in Sachsen und legt dabei jeweils Stopps entlang der Strecken ein. Der Start erfolgt am 7. August in Altenberg im Erzgebirge mit dem Tagesziel Dresden, am 8. August wird von Löbau über Görlitz und Zittau bis nach Eibau gefahren und zum Abschluss am 9. August von Bautzen bis nach Dresden. Begleitet werden die 185 Teilnehmer von 40 Helfern mit 14 Fahrzeugen. Schirmherrin ist die Olympiasiegerin und 9-fache Weltmeisterin im Biathlon Petra Behle, Kapitän des Fahrerfeldes ist – wie seit 31 Jahren – der 4-fache Radweltmeister Klaus Peter Thaler. Die Ehrenschirmherrschaft haben in diesem Jahr die Ministerpräsidenten Volker Bouffier und Stanislaw Tillich der Bundesländer Hessen und Sachsen übernommen. Ins Leben gerufen wurde die Goodwill- Radtour 1983 von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Fritz Lampert in Gießen. Seitdem treten jedes Jahr Prominente aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Sport für die besondere Aktion in die Pedale. Das Organisationsteam der Tour, ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich zum Teil seit über 30 Jahren dafür engagieren und während der Tour Spenden für leukämie- und krebskranke Kinder sammeln. Das Geld – bislang insgesamt mehr als 30 Mio. Euro – kommt Cent für Cent diesen Kindern zugute; die Verwaltung der Spenden liegt allein in der Hoheit der Kämmerei der Universitätsstadt Gießen. 2013 konnte so die Rekordsumme von 2.200.000 Euro an Kinderkliniken, Elternvereine und soziale Einrichtungen verteilt werden. Doch was wäre die Aktion ohne die Besucher beim Start, an den Zwischenstopps und Etappenzielen. Sie tragen dazu bei, dass die „Tour der Hoffnung“ ein unvergessliches Erlebnis wird. Die Radler werden von Ministern, Bürgermeistern und Firmenvertretern empfangen, die ihren Spendenbeitrag für die „Tour der Hoffnung“ 2014 überreichen. Um 9 Uhr werden die Radler auf dem Altmarkt in Löbau begrüßt, um 10.25 Uhr auf dem Markt in Reichenbach/O.L., um 12.15 Uhr gibt es einen Empfang auf dem Görlitzer Untermarkt, um 14 Uhr im Kloster St. Marienthal in Ostritz, um 16.05 Uhr im Salzhaus in Zittau und um 18 Uhr im Faktorenhof in Eibau. An diesen Stationen können Sie Ihre Spenden auch persönlich übergeben. Landrat Bernd Lange wird die Radler von Görlitz bis Ostritz begleiten. Jeder kann einen Anteil daran haben, diesen Kindern zu helfen. Die Spendengelder kommen den Kindern hundertprozentig zu Gute. Alle Beteiligten arbeiten dafür ehrenamtlich. Spenden auch Sie und unterstützen Sie damit eine gute Sache! Die gesammelten Spenden erhalten in diesem Jahr in Sachsen die Kinderkliniken bzw. Elternvereine in Dresden, Bautzen und Görlitz. Die Radler freuen sich auf ein offenes Miteinander und viele interessante Begegnungen unterwegs! SPENDENKONTO Kontoinhaber: Stadt Görlitz Kennwort: Tour der Hoffnung IBAN: DE79 8505 0100 0234 9040 70 Für eine Spendenbescheinigung bitte die Anschrift des Spenders mitteilen. www.tour-der-hoffnung.de

Hamtske łopjeno wokrjesa Zhorjelca Ausgabe 68 Informationen 2. Juli 201411 Das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ in Rietschen informiert Die meisten haben es schon gehört: Im Landkreis Görlitz leben seit vielen Jahren wieder frei lebende Wölfe. Diese Tiere wurden nicht vom Menschen angesiedelt, sondern das Wolfsvorkommen basiert auf einer natürlichen Zuwanderung aus Polen. Im Jahr 2000 wurde das erste frei lebende Wolfsrudel in Deutschland auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz bei Weißkeißel nachgewiesen, die offenbar von Wölfen abstammen, die ursprünglich aus Nord-Ost-Polen eingewandert waren. Seitdem wurde in Sachsen jährlich Nachwuchs nachgewiesen. Die in der Lausitz geborenen und aus Polen zugewanderten Wölfe fanden in den folgenden Jahren neue Territorien und gründeten dort weitere Familien. Aktuell sind in Sachsen 12 Wolfsrudel oder -paare bestätigt, von denen zehn ihre Territorien ganz (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Kollm, Milkel, Seenland, Königsbrück, Rosenthal, Laußnitzer Heide) und zwei überwiegend im Freistaat haben. Als 2002 die ersten großen Nutztierschäden durch Wölfe auftraten, war die Bevölkerung in der Region verunsichert. Darum wurde das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ 2004 vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft als zentrale Informationsstelle zum Thema Wolf in Sachsen eingerichtet. Es befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Görlitz und hat sein Büro am Erlichthof in Rietschen. Dort befindet sich auch eine Wolfsausstellung mit Informationstafeln, Präparaten und Filmaufnahmen über die Biologie und Lebensweise des Wolfes. Im Rahmen des Managementplans für den Wolf in Sachsen, der 2009 in Kraft trat, wurden Strukturen und Maßnahmen geschaffen, um auf häufige Fragen, Ängste und Vorbehalte in der Bevölkerung, besonders seitens der Nutztierhalter, zu reagieren. Das Kontaktbüro übernimmt hierbei die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit. Es ist Ansprechstelle für Bürger, Behörden und Medien, um aktuell und sachlich über die Wölfe zu informieren. Mit Vorträgen und Exkursionen sowie Umweltbildungsarbeit wird über Biologie, Lebensweise und Verbreitung der Wölfe sowie mögliche Konflikte aufgeklärt. Ein weiterer Eckpfeiler des Managements ist das Monitoring und die Forschung, die hauptsächlich beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), dem Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland liegen. Das Monitoring dient der Überwachung des Erhaltungszustandes der Wolfspopulation. Neben dem Erheben und Auswerten von belastbaren Daten (u.a. Spuren, Kot, Risse), um Informationen zur Populationsgröße und -verbreitung zu bekommen, laufen auch telemetrische Untersuchungen zu Raumnutzung und Migrationsverhalten von Wölfen sowie Studien zur Nahrungsökologie und den Verwandtschaftsverhältnissen der Wölfe. Der Dritte Eckpfeiler des Managements ist die Schadensprävention/-begutachtung, -ausgleich. In Wolfsgebieten müssen Nutztiere, wie Schafe oder Ziegen durch geeignete Schutzmaßnahmen, wie z.B. Zäune, vor den Übergriffen durch Wölfe geschützt werden. Nutztierhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Wolfsgebiet können dafür Fördermittel beantragen. Wenn es zu einem Übergriff gekommen ist, muss eine Schadensbegutachtung erfolgen. Hierfür zuständig sind geschulte Mitarbeiter aus dem Landratsamt sowie der Wolfsbeauftragte des Staatsbetriebs Sachsenforst und das LUPUS Institut. Bei einem entstandenen Schaden bewertet das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie die Schadenshöhe, der Schadensausgleich erfolgt über die Landesdirektion. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung des entsprechenden Mindestschutzes durch den Tierhalter. Wölfe leben im Rudel, bestehend aus dem Elternpaar und ihrem Nachwuchs der letzten zwei Jahre, den Welpen und den sog. Jährlingen. Im Alter von 1 bis 2 Jahren verlassen Die Mitarbeiterinnen des Kontaktbüros (v.l.n.r) Helene Möslinger, Felicitas Rechtenwald, Vanessa Ludwig Foto: F. Feik die Jährlinge i.d.R. das elterliche Revier auf der Suche nach einem eigenen Territorium und Partner. Die Anzahl der Wölfe im Rudel verändert sich im Jahresverlauf, liegt aber im Schnitt bei ca. 8 Wölfen. Wölfe sind territorial, d.h. das Elternpaar besetzt ein Territorium, welches mittels Duftmarken (Kot, Urin), Sichtmarken (Kot, Scharrstellen) und Heulen markiert wird, um rudelfremden Wölfen zu signalisieren, dass dieses Revier bereits besetzt ist. Wölfe wählen ihr Territorium immer groß genug, dass die Beutetiere ausreichen, um die Ernährung des Rudels langfristig zu gewährleisten. Je höher die Beutetierdichte in einem Gebiet ist, desto kleiner ist in der Regel das Wolfsterritorium. In Mitteleuropa sind Reviergrößen von 150-350 km² Größe bekannt. Wölfe ernähren sich überwiegend von freilebenden Huftieren (95 Prozent der Biomasse), wobei Reh, Rothirsch Wolf Foto: R. Kaminski und Wildschwein den Hauptanteil ausmachen. Schafe und Ziegen passen in das Beutespektrum des Wolfes und sind im Vergleich zu den wildlebenden Huftieren besonders leicht zu erbeuten. Besonders wenn sie nicht ausreichend geschützt sind. Wenn sich den Wölfen die Möglichkeit bietet, werden auch Schafe und Ziegen erbeutet. Wenn Sie Spuren, Losung oder Risse finden, die auf einen Wolf hinweisen und die begutachtet werden können, melden Sie dies bitte dem Wolfsbüro. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ Am Erlichthof 15, 02956 Rietschen Tel. 035772 46762 E-Mail: kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de Internet: www.wolfsregion-lausitz.de Angst vorm Wolf? Wenn in einer Kulturlandschaft lebende Wölfe nicht bejagt werden, reagieren sie auf den Anblick von Menschen zwar vorsichtig, aber nicht extrem scheu. Bei einer Begegnung erfolgt oft keine panische Flucht, sondern der Wolf zieht sich meist gelassen und bedacht zurück. Die ausgeprägte Vorsicht und das Misstrauen gegenüber potenziellen Feinden und Gefahren ist eine bewährte Überlebensstrategie des Wolfes. Zu direkten Begegnungen zwischen Mensch und Wolf kommt es daher selten. Meist bemerken Wölfe den Menschen frühzeitig und gehen ihm aus dem Weg. In ihrer Raumnutzung passen sie sich normalerweise an die Aktivität des Menschen an, indem sie die Bereiche ihres Streifgebietes, in denen tagsüber viele Menschen anzutreffen sind, nur in der Nacht frequentieren. Im Schutze der Dunkelheit laufen sie auch unmittelbar an bewohnten Häusern vorbei, so wie man es auch von Rehen und Füchsen kennt. Gelegentlich werden Wölfe in der Nähe gesehen. Dort können sie auch Nutztiere reißen, besonders wenn diese unzureichend geschützt sind. Unerfahrene Jungwölfe sind manchmal weniger scheu, eher neugierig-naiv, zu einem aggressiven Verhalten gegenüber dem Menschen kam es aber noch nie. Bisher ist im Lausitzer Wolfsgebiet kein Fall von gefährlichem Verhalten von Wölfen gegenüber Menschen bekannt.

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