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Landkreisjournal Nr. 015/2010

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Erscheinungsdatum: 17.03.2010

Landkreisjournal Nr.

Landkreis Amtsblatt Landkreis Görlitz Ausgabe 15 17. März 2010 JournalJahrgang 2/Z Amtliches (Auszug) Einladungen Ausschüsse, Beschlüsse Kreistag, Verwaltungskostensatzung, Jahresrechnungen, Umweltverträglichkeitsprüfung, Auslegung Entwurf Festsetzung Naturschutzgebiet „Niederspreer Teichgebiet …“, Datenänderung Liegenschaftskataster, Bekanntmachung ZV Allwetterbad >> Seiten 4-9 Redaktionelles (Auszug) Ideenwettbewerb 3. Landesausstellung S.3, Gewässerschau S. 10, BSZ Weißwasser, Kita-Wettbewerb S.11, Ausschreibung Geschäftsführer TGG, Fachkonferenz S. 12, Vorstellung Sozialamt S. 13-15, Stellenausschreibungen S. 15-17, 20, Vereinsförderung, Gasteltern gesucht, Präventionstage >> S. 20 Von Ostereiern, Patengeschenken & Ostersingen „Frühlingsglaube“ Die linden Lüfte sind erwacht, sie säuseln und weben Tag und Nacht, sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herz, sei nicht bang! Nun muß sich alles, alles wenden. Thomas Emmrich und Kerstin Hanusch beim Verzieren von Ostereiern. Das Kirchspiel Schleife im Norden des Landkreises Görlitz ist bekannt für das lebendige Brauchtum der evangelischen Sorben. Die Osterzeit bietet viele Beispiele, wobei das Verzieren von Ostereiern mit Wachstechnik sicherlich der bekannteste und beliebteste Brauch ist. Mit viel Fantasie und Sorgfalt entstehen noch heute am Karfreitag im Kreise vieler Familien wunderschöne, kleine Kunstwerke mit Wachs, Farben und Federkiel. Die haben längst weit über die Grenzen Sachsens hinaus Liebhaber gefunden. Drei solcher reich verzierten Ostereier gehören neben der geflochtenen Ostersemmel, Pfefferkuchen und einem Obolus für die Sparbüchse zum Patengeschenk, das jedes Patenkind überreicht bekommt. Beim Waleien lassen Kinder ihre bunt verzierten Eier eine schiefe Ebene hinunterrollen. Ziel ist es, ein bereits unten befindliches Ei zu treffen, was mitunter recht viel Geschicklichkeit erfordert. Von Mitternacht bis zum Ostersonntagmorgen, wenn die Kirchenglocken läuten, gehen Frauen und Mädchen zum Ostersingen durch ihr Dorf. Gesundheit und Schönheit verspricht das Osterwasser, das junge Mädchen am Ostersonntagmorgen vor Sonnenaufgang schweigend aus einer klaren Quelle, die von West nach Ost fließt, schöpfen. Hausherren, deren Hoftor beim Zampern verschlossen blieb oder deren Töchter noch nicht verheiratet sind, müssen in der Osternacht mit Schabernack rechnen. Blick in die Geschichte Die Geschichte des Ostereis reicht weit zurück. Seit dem Mittelalter werden Ostereier geweiht, verschenkt, auf Äcker und Fotos: Angelika Wuntke Saaten gebracht zum Schutz vor Unwetter oder für eine kommende ertragreiche Ernte in die erste Garbe eingebunden. Anfangs war in Osteuropa das goldene Ei am verbreitetsten, wogegen in West- und Mitteleuropa rotgefärbte Eier üblich waren. Die rote Farbe war eine Erinnerung an das vergossene Blut Christi. Aus der Abgabepflicht der Zinseier entwickelte sich im 16. und 17. Jahrhundert der Brauch des Eierschenkens. Liebende bedachten einander mit roten Ostereiern. Patenkinder erhielten drei bunt gefärbte Eier, wobei die „3“ zum einen für die Familie: Vater, Mutter und Kind steht oder als Symbol der Dreifaltigkeit für Feuer, Wasser und Luft beziehungsweise für Gottvater, Sohn und heiliger Geist. Text: Silvia Panoscha/LRA Lesen Sie auch auf Seite 2. Die Welt wird schöner mit jedem Tag. Man weiß nicht, was noch kommen mag. Das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Tal. Nun, armes Herz, vergiß die Qual! Nun muß sich alles, alles wenden. Ludwig Uhland, 1787-1862 Ein frohes und sonniges Osterfest, ruhige und schöne Feiertage sowie Gottes Segen wünscht allen Einwohnerinnen und Einwohnern des Landkreises Görlitz und Gästen Landrat Bernd Lange

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